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Bis vor kurzem waren noch alle einer Meinung. Die Landwirtschaft, die Umweltschützer und auch die Autoindustrie zogen am gleichen Strang, den “nachwachsenden Rohstoffen“.

Kritische Äußerungen drangen kaum an die Öffentlichkeit, doch nun werden sie lauter.

Wer gibt dem Menschen das Recht, Lebensmittel als Kraftstoffe zu misbrauchen, während auf der anderen Seite der Erde Menschen an Hunger leiden?

In Deutschland ist es Gesetz, dass dem normalen Treibstoff ein bestimmter Prozentsatz Agrartreibstoff beigemischt werden muss, momentan sind es mindestens 2 Prozent bei Benzin und 4,4 Prozent bei Diesel!

Druch die Verbrennung von Agrartreibstoffen im Auto entsteht zwar nachweisbar weniger Kohlenstoffdioxid, der Anbau der Pflanzen wird bei dieser Rechnung allerdings unterschlagen.

Beim Anbau fallen große Mengen an Treibhausgasen an, die das Klima zusätzlich schädigen.

Dabei lässt sich sagen, dass jede verwendete Tonne Stickstoffdioxid zur Düngung eine 300fach so starke Treibhauswirkung besitzt wie Kohlenstoffdioxid. Betrachtet man den gesamten Produktionsweg von Agrartreibstoffen, so entsteht dabei fast doppelt so viel Stickstoffoxid wie bisher angenommen.

Als würde das nicht schon reichen, werden gigantische Flächen des Regenwaldes gerodet, um Anbauflächen für Plantagen zu errichten. Man geht davon aus, dass jährlich ca. 500.000 Hektar Land für die Treibstoffherstellung gerodet werden. Die Folge für die Einwohner dieser Länder sind steigende Nahrungsmittelpreis, da auf den Flächen, auf denen bisher ihre Nahrung angebaut wurde, jetzt Raps, Palmen, Mais, Soja und Zuckerrohr ihre Wurzeln in den Boden strecken.

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